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In den letzten Jahren war ich aus beruflichen Gründen öfter im Ausland. Manchmal allein, manchmal auch mit meiner Familie. Ich bin seit 20 Jahren verheiratet mit Marianne und wir haben zwei „Kinder“ (eigentlich sind es ja schon fast Erwachsene): Michael und Dorothea.
Einige Male haben wir auch schon fern der Heimat Weihnachten gefeiert. Besonders gut kann ich mich an unser allererstes Weihnachten 1989 in Afrika erinnern. Ich war zu Forschungszwecken in Nigeria (ich habe Afrikanistik studiert und früher mal an der Uni Frankfurt gearbeitet). Marianne war mit mir dort, damals hatten wir noch keine Kinder.
Kurz vor Weihnachten bekam Marianne Malaria: hohes Fieber, Durchfall, Übelkeit. Sie konnte einfach nichts mehr bei sich behalten und baute immer mehr ab. Ich dachte schon, ich müsste sie ins Krankenhaus bringen. Ein deutsches Ehepaar – Peter und Elke – , das wir in Nigeria kennen gelernt hatten, lud uns zu sich in die Stadt Bauchi ein. Der CVJM unterhält dort eine Lehrwerkstatt für Schreiner, in der Peter als Entwicklungshelfer arbeitete. Auf der Fahrt nach Bauchi machte ich mir ziemlich Sorgen um Marianne, doch Elke päppelte sie mit ihren Kochkünsten wieder auf und bald ging es ihr wieder besser.
Es wurde dann doch noch ein ganz schönes Weihnachtsfest. Allerdings bei 30 Grad Hitze und sonnigem Wetter und ohne Weihnachtsbaum. Geschmückt haben wir stattdessen einen großen Kaktus vor dem Haus unserer neuen Freunde. Und deutsche Weihnachtslieder gesungen mitten in Nigeria. In einen Gottesdienst sind wir auch gegangen, doch der war ziemlich öd, denn über Weihnachten fahren die meisten Nigerianer zu ihren Familien aufs Land. Da gibt es dann tagelang „Party“ mit gutem Essen, Musik und Tanz, während es in den Städten total ruhig ist.

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